Bereit sein für den Turnaround

Die meisten Krisen kündigen sich früh an. Es ist zentral, alle möglichen qualitativen und quantitativen Warnfaktoren ernst zu nehmen. In stabilen Märkten ist die Misere oft selbst verschuldet. Die Ursache liegt häufig in fehlendem Kundenfokus, mangelnder Differenzierung und verpasster Konsumtrends.
Das Elend schleicht sich oft über die Zeit ein und ist auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen. Erst im Jahresvergleich wird sichtbar, wie man kontinuierlich immer etwas an Marge einbüßt, wie der Umsatz leicht zurückgeht, die Kosten aber stabil oder sogar steigend sind. Um in etwa das gleiche Ergebnis erzielen zu können, muss die ganze Organisation immer schneller springen, die Maschinen müssen besser ausgelastet werden, man hält länger an bestehender Infrastruktur fest, Investitionen werden herausgeschoben. Ohne klaren USP (Unique Selling Proposition) und ohne kontinuierliche Innovationen kommt langläufig jede Firma in diese Situation.

Strategiekrise: Die Eigentümer, die Aufsichtsgremien und das Management haben es verpasst, das Unternehmen erfolgreich im Absatz- und Beschaffungsmarkt zu positionieren. Fehlende Produkt- und Prozessinnovationen haben langfristig fatale Folgen. Verharrt die Firma 3–4 Jahre in dieser Position, folgt der automatische Übergang in die nächste Stufe.

Ertragskrise: Die Ertragskrise zeichnet sich durch sinkende Erträge und schrumpfende Marktanteile aus. Es resultieren eine unvorteilhafte Kostenstruktur, kleinere Margen und ein reduzierter Cashflow. Als Folge stehen der Unternehmung weniger Mittel für Investitionen zur Verfügung. Der Handlungsspielraum des Managements wird nun sehr eingeschränkt, am Markt zu agieren wird schwierig. Ein unausgewogenes Kundenportfolio kann in dieser Phase die Situation zusätzlich verschärfen, springen wichtige Großkunden ab, kann nur noch passiv reagiert werden, oft über den Preis. Nun wird es kritisch. Der Umsatz und Margenverlust gehen schneller vor sich, der Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Spätestens jetzt muss sich das ganze Management der Krise bewusst sein. Es ist fünf vor zwölf. Alarm!

Liquiditätskrise: Steckt die Firma in dieser Phase, verbleiben ohne einschneidende Maßnahmen nur noch 3–4 Monate bis zur drohenden Insolvenz.

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